Jobintegration von Geflüchteten und MigrantInnen

Die Notwendigkeit für „offene Kommunikation“ das „Setzen von klaren Grenzen“ und „das ständige Lernen aus Erfahrungen“ waren die wichtigsten Erkenntnisse, die alle Anwesenden aus der letzten Veranstaltung des Arbeitskreises (AK)“Jobintegration von MigrantInnen und Geflüchteten” am 13.12.2016 mitnahmen. Die Veranstaltung fand in den Räumen des Hamburger Startups FASHION CLOUD statt. Almuth Henkel, HR Managerin von FASHION Cloud berichtete von Erfahrungen ihres internationalen Teams. Diese Erfahrungen wurden von Frau Sarah Hesse-Schwiening, Personalleiterin bei Dr. Hesse und Partner, ergänzt um Erfahrungen bei der Integration von zwei syrischen Flüchtlingen.Mohamad Almousilly, Fotograf und Flüchtling aus Syrien erzählte aus erster Hand von seinen Erfahrungen der Jobintegration in sein heutiges Unternehmen. Die anschließende sehr offene Diskussion mit dem Fokus auf Erfolgsfaktoren und Herausforderungen bei der Jobintegration verdeutlichte die hohe Relevanz der Unternehmenskultur der integrierenden Unternehme, die Wichtigkeit neben Geflüchteten und MigrantInnen auch Mitarbeiter im Unternehmen für das Thema zu sensibilisieren auch zeigte es deutlich auf, dass es auf der einen Seite persönliche und auf der anderen Seite weitergehende kulturelle Gründe für den Erfolg und das Scheitern der Jobintegration gibt. Für 2017 sind vier weitere Veranstaltungen mit Akteuren aus Unternehmen und Institutionen zu unterschiedlichen Themen geplant. Die nächste Veranstaltung wird im März mit dem Fokus auf die Personalauswahl von Geflüchteten stattfinden. Der Lenkungskreis des AK besteht aus Erika Shishido-Lohmann und Ute Lorenson. Wir freuen uns auf weitere Engagierte aus der SIETAR-Community, und dieses hochaktuelle Thema weiterzuentwickeln und zu gestalten sowie auf andere Regionen auszudehnen. Weitere Informationen zum Arbeitskreis sowie konkrete Termine der Veranstaltungen und internen Treffen erfolgt über ak-ioe@sietar-deutschland.de.

HR – Round Table: Jobintegration von Geflüchteten – Zwei Jahre danach“

HR – Round Table: Jobintegration von Geflüchteten – Zwei Jahre
danach“

Am 27. November hat der Arbeitskreis JobIntegration von Geflüchteten und
Migrant*innen in Hamburg zu einer weiteren Veranstaltung eingeladen, die diesmal unter
dem Titel „HR – Round Table: Jobintegration von Geflüchteten – Zwei Jahre
danach“ stand. Eingeladen als Teilnehmer des Round Table waren Hamburger
Unternehmen, die Geflüchtete eingestellt haben sowie weitere Experten.

Die Teilnehmer kamen aus sehr unterschiedlichen Bereichen:
ein Versicherungsunternehmens, ein Unternehmen der Stadt Hamburg, ein IT-Unternehmen,
eine Personalberatung, Vertreter der Handelskammer Hamburg sowie des
Bundesverband Mittelständische Wirtschaft. Im Publikum fanden sich viele Teilnehmer*innen, die mit
unterschiedlichem Beruflichem Fokus im Laufe der vergangenen 2 Jahren Expertise
aufgebaut hatten, Geflüchtete vorzubereiten und darin zu begleiten, Arbeitsplätze in
Unternehmen zu finden. Anita Shukla und Ute Lorenzen führten als Vertreterinnen des
Arbeitskreises durch den Abend. Im Laufe des Abends berichteten die Round Table
Teilnehmer von ihren konkreten Erfahrungen, viele Teilnehmer aus dem Publikum
brachten ihre sehr nuancierten Erfahrungen, aber auch Wünsche an Unternehmen in die
Diskussion ein. Zwischen den Teilnehmern des Round Table aber auch mit dem Publikum
entstand eine sehr lebendige und engagierte Diskussion. Kritisch und aus
unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet wurden Themen wie: die Frage der
(nachweisbaren oder anerkannten) fachlichen Qualifikationen sowie der
Kompetenzfeststellung. Damit verbunden ist die Grundfrage, ob für die Integration die
Passgenauigkeit der Qualifikationen und Kompetenzen das Kernkriterium ist, oder ob
diese Herangehensweise zu eindimensional auf Defizite der Arbeitsuchende schaut und
den Blick verstellt, auf das, was der Arbeitsuchende mitbringt und entwickeln kann. Die
Frage der Sprachkenntnisse wird von manchen als eines der Hauptprobleme bei der
Einstellung Geflüchteter gesehen wird, von vielen aber in seiner Dimension als
„behebbares“ und damit eher kleineres Problem wahrgenommen. Für die Zukunft und
gerade für Unternehmen, die den Schritt gegangen sind, geht es darum in der konkreten
Situation eine Antwort bzw. eine Umgehensweise zu finden. Der Austausch untereinander
kann ein Weg für Unternehmen sein, sich gegenseitig darin zu unterstützen. Denn, wie
es ein Vertreter ausdrückte, die Integration dieser Gruppe Arbeitssuchender ist ein
komplexer Prozess und für alle Unternehmen ein Lernprozess.

Sowohl die Vertreter des Round Table als auch viele Teilnehmer aus dem Publikum
zeigten sich am Ende des Abends sehr angeregt und zufrieden, die jeweils
unterschiedlichen Blickwinkel kennen gelernt zu haben. Einhellig war der Wunsch den
angefangenen Dialog in einer weiteren Veranstaltung fortzuführen. Auch einige
Unternehmen, die aus terminlichen Gründen nicht an diesem Round Table teilnehmen
konnten, hatten im Vorfeld diesen Wunsch geäußert. Der Arbeitskreis plant dies im
Frühjahr umzusetzen.

SIETAR Deutschland Forum 2018

Beim BarCamp ist jede Teilnehmerin auch Gestaltende, das heißt: Ein BarCamp ist, was DU daraus machst. Vor jeder Session stellen engagierte Teilnehmer kurz ihr Thema oder ihre Frage vor, die sie in einer Session diskutieren möchten. Anschließend verteilen sich die Teilnehmenden nach Interesse auf die unterschiedlichen Themen und Räume. Dieser Prozess wiederholt sich während des BarCamps und sorgt so für eine hohe Intensität. Wie begegnen wir den Herausforderungen einer zunehmenden unbeständigen, unsicheren, komplexen und vieldeutigen Arbeits- und Lebenswelt? Wie werden sich die Migrationsbewegungen entwickeln? Wie können wir bei der Vielzahl von Informationen fundierte und nachhaltige Entscheidungen treffen? Welche Ideen gibt es jetzt schon für Sessions? Session-Idee von: Dina, Simdustry Wir würden gerne SIMIntercultural, eine Simulation, die das Arbeiten im interkulturellen Team fokussiert, durchspielen. Ziel der Session soll es sein, einen Einblick in das Tool Simulation zu erhalten und ihren Mehrwert. Darüberhinaus sollen Ideen für eigene Training-/Beratungstätigkeiten entwickelt werden. Session-Idee von: anonym Was müsste in der Politik / in unseren „deutschen“ Köpfen anders laufen, damit Integration gelingt? Session-Idee von: Michelle Können interkulturelle Trainings an deutschen Hochschulen standardisiert werden? Wie können Hochschullehrende interkulturelle Kompetenz erwerben in einer Umgebung, die von Prozessen und Kosten und Zeit geleitet und gestaltet wird? Ist ein “Standard” hier überhaupt möglich? Lesen Sie mehr hier. https://www.sietar-forum.de/programm#barcamp

Workshop: Interkulturalität neu denken – Dynamische Kulturmodelle im praktischen Einsatz

!!! Achtung: Dieser Termin ist ausverkauft, aber Dr. Nazarkiewicz bieten einen weiteren Termin an, wahrscheinlich am 21. September. Wir bestätigen dies, sobald der Austragungsort gesichert ist. !!!
Interkulturelle Kompetenzentwicklung wird immer komplexer und anspruchsvoller. Dazu tragen Forschungsergebnisse, vielfältige Alltagserfahrungen, aber natürlich auch die aktuellen politischen Entwicklungen bei. Was wir brauchen sind griffige, der Multiperspektivität von interkulturellen Begegnungen angemessene Modelle und Herangehensweisen, kurz: ein dynamisches Verständ- nis von Kultur.
Gleichzeitig fragen immer mehr Auftraggeber nach Hintergründen und wissenschaftlichen Grund- lagen, denn auch sie legen Wert auf ein fundiertes Vorgehen. Hilfreich und nützlich ist ein polyva- lenter Blick auf Kulturbegriffe, denn er zeigt die Mehrfachwirkungen von Kulturen auf. Auch wenn. es hier noch abstrakt klingt, ein solcher Blick ist auch sehr praktisch: denn so lassen sich Hetero- genität, mehrfache Kollektivzugehörigkeiten und Vielfalt in der professionellen Begleitung von Personen, Gruppen und Organisationen berücksichtigen.
Um dynamische Kulturmodelle für die Teilnehmer*innen praktisch handhabbar zu machen, werden Ansatzpunkte für die Mehrperspektivität systematisiert. Wir zeigen ganz konkret, wie Kulturreflexi- vität die interkulturelle Kompetenzentwicklung erweitert und wie der dynamische Umgang mit Kultur auch im Umgang mit populistischen, extremen oder identitären Positionen nutzbar gemacht werden kann.

Folgende Themen stehen im Mittelpunkt:
1. Kulturmodelle und Kulturmetaphern
2. Arbeit mit dynamischen Kulturmodellen
3. Hilfestellungen für die Praxis
4. Möglichkeiten der Anpassung eigener Konzepte

Referentin:
Prof. Dr. Kirsten Nazarkiewicz – Professorin für Interkulturelle Kommunikation am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Fulda und Mit-Gesellschafterin von consilia cct – create culture together, einer interdisziplinären Organisation, die sich auf die Förderung kulturrefle-xiver Kompetenzen von Firmen und Personen in der globalisierten Welt spezialisiert hat. Gemein-sam mit Gesa Krämer hat sie über viele Jahre die SIETAR-Regionalgruppe in Frankfurt geleitet.

Termin:
3. März 2018 von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Hoffmann’s Höfe – Heinrich-Hoffmann-Str. 3 – 60528 Frankfurt – www.hoffmanns-hoefe.de

Antje Boijens interviewt Prof. Jürgen Bolten

Schauen Sie das Interview von Antje Boijens von SIETAR mit Prof. Jürgen Bolten von der Uni Jena auf dem

YouTube Channel von SIETAR Deutschland e.V.

In einem ausführlichen Gespräch wird über den Wandel des Kultur-Begriffs diskutieren, was dieser Wandel für Trainer bedeutet, und wie man seine Trainings anders aussehen lassen könnte.

Mitgliederversammlung

Liebe Mitglieder,
wir freuen uns, Sie auf die diesjährige Mitgliederversammlung einzuladen.
Es findet statt:
Datum: Samstag, 14. April 2018 – um 16.30 Uhr
Ort: Gustav-Stresemann-Institut
Langer Grabenweg 68
53175 Bonn
www.GSI-Bonn.de
Agenda
1. Begrüßung und Feststellung der Tagesordnung
2. Bericht des Vorstandes (Gary Thomas, Jeri Weber, Antje Boijens, Christiena Kirchhoff, Monika
Krause, Derek Tronsgard) und Aussprache
3. Bericht des Kassenwarts (Frank Beckmann) über das Jahr 2017, der aktuelle Stand in 2018 und die
Vorstellung des Haushaltsplanes 2019 und Aussprache
4. Bericht der Kassenprüfer über das Jahr 2017 und Aussprache
5. Entlastung des Vorstands und des Kassenwarts
6. Vorstellung der Vorstandskandidaten
7. Wahl neuer Vorstandsmitglieder
8. Wahl der Kassenprüfer für das Jahr 2018
9. Sonstiges

Dialogkompetenz in kritischen Gesprächssituationen

Dialogkompetenz in kritischen Gesprächssituationen

In interkulturellen Trainings, Workshops und im Alltag sind wir zunehmend mit politisch kontroversen Bemerkungen zu aktuellen politische Entwicklungen konfrontiert. Wie reagiert man z.B. auf eine Vokabel wie „Überfremdung“? Gesprächsverweigerung und “sich still seinen Teil denken“ wird solchen Herausforderungen kaum gerecht. TeilnehmerInnen trainieren im Workshop nicht-konfrontative Gesprächs-Interventionen und lernen Methoden zur Steuerung einer konstruktiven Gesprächsdynamik (Schein, Kantor u.a.) kennen, die sich in Konflikt- und Alltagssituationen bewähren.

ReferentInnen: Dr. Rudi Camerer, Antje Boijens

Datum: 23.06.2018

Ort: Hoffmanns Höfe, Heinrich-Hoffmann-Straße 3, 60528 Frankfurt am Main

Gute Gründe einer Mitgliedschaft

Zugang zum weltweiten SIETAR -Netzwerk und vergünstigte Teilnahme an SIETAR-Veranstaltungen und Angeboten, z.B. am SIETAR-Deutschland-Forum oder am europäischen SIETAR Kongress
Aktuelle Informationen zu interkulturellen Veranstaltungen, Themen, Gesuchen aus dem elektronischen Newsletter “SIETAR-Bote”
Stärkeres Eigenmarketing durch Angabe der SIETAR-Mitgliedschaft im Trainerprofil und in Ihrem Online-Auftritt
Zugang zu aktuellen Trainergesuchen und Stellengesuchen und damit Chance auf mehr Aufträge
Kostenfreie Zusendung von mondial, dem führenden Fachblatt für interkulturelle Fragestellungen aus Theorie und Praxis
Möglichkeit der Vernetzung und des fachlichen Austausch durch die kostenlose Teilnahme an den SIETAR-Regionalgruppentreffen
Informationen und Fortbildung durch reguläre Webinar-Angebote von SIETAR-Deutschland und SIETAR-Europa
Chance zur Mitgestaltung des Vereins und dessen Zukunft
Als Existenzgründerin im ersten Gründungsjahr oder StudentIn zahlen Sie bei Ihrem Beitritt zu SIETAR Deutschland e.V. lediglich 50,00 €
Teilnahme an den Weiterbildungen von SIETAR Deutschland zu Mitgliederkonditionen Erhalt des zweimonatlichen Online-Journals von SIETAR-Europa

Drei Fragen an Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha

Der erste Teil unserer neuen Reihe “Drei Fragen an…”, in der wir Wissenschaftler/innen nach Ihren interkulturellen Themenschwerpunkten und ihrer Einschätzung gegenwärtiger Entwicklungen befragen, mit der Soziologin und Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha.

1) Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha, was ist Ihr interkultureller Themenschwerpunkt? Woran forschen Sie gerade?
R.-v.T.:
Globalisierung und kulturelle/ethnische Identitäten
Multikulturalität im internationalen Vergleich
Gestaltung von Diversität
Integration als gesamtgesellschaftliche Verantwortung

2) Mit welchen Herausforderungen sieht sich die interkulturelle Forschung im Jahr 2018 konfrontiert? Welche Relevanz/welchen Impact hat sie heute?
R.-v.T.:
Gesamtgesellschaftliche Polarisierungen, welche die Offenheit für interkulturelle Fragestellungen einschränken
Social Media und die Politisierung von Identität
Auflösung Unterschiede Innen- und Außenpolitik
Unabsehbare Auswirkungen auf gesellschaftlichen Zusammenhalt

3) Was wäre Ihrer Meinung nach die wirksamste Methode, die Akzeptanz für Interkulturalität in der deutschen Gesellschaft zu erhöhen? (Die Frage ist bewusst breit gestellt.)
R.-v.T.:
Für dieses Problem gibt es keine einfache Lösung, sinnvolle Methoden wären aber u.a.:
Offene Diskussion über Gemeinsamkeiten, aber auch Anerkennung der Grenzen von Vielfalt
Besser vernetzter Austausch von best & worst practice
Dialog der Vertreter aktueller Forschung mit der Stadtgesellschaft im Sinne Öffentlicher Wissenschaft
Lifelong Learning in interkulturellen Bereich – von der Kita bis zu beruflichen Weiterbildung
Neue Formate digitalisierter Lehr- und Lernformen

Wir danken Ihnen für das Interview!

Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha ist Direktorin des Zentrums für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale in Karlsruhe (ZAK). Die in Glasgow geborene Soziologin und Kulturwissenschaftlerin ist zudem Koordinatorin des deutschen Netzwerks der Anna Lindh Stiftung, Mitglied im Fachausschuss Kultur der deutschen UNESCO-Kommission und Vorsitzende des Wissenschaftlichen Initiativkreises Kultur und Außenpolitik (WIKA) am Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), zu dessen Forschungsbeirat sie ebenfalls zählt. Darüber hinaus ist sie Herausgeberin von drei wissenschaftlichen Schriftenreihen sowie wissenschaftliche Leiterin der Karlsruher Gespräche, einer jährlich stattfindenden internationalen Konferenz, die sich zeitgenössischen kulturwissenschaftlichen Fragestellungen widmet (Quelle und weitere Informationen).

Was bewegt Sie gerade?

SIETAR ist schon ganz schön besonders — wir sind eine Gemeinschaft von beinah 600 Leuten, für die interkulturelle Themen zur tagtäglichen Wirklichkeit sind. Ob Integration, Migration, Bildungsfragen, Deutsch als Fremdsprache, Entsendung, Management, Third-Culture-Kids, transnationale Verhandlungen, und jede andere Art von Diversität.
Und wieso sind Sie eigentlich SIETAR-Mitgleid geworden? Wo ist der interkulturelle Bezug in Ihrem Leben? Bei mir werde ich jeden Tag daran erinnert, als unsere dreisprachige Familie “mit Migrationshintergrund” sich deutsch-englisch-russisch seinen Weg durch den Alltag bahnt. Wie ich mich dabei ertappe, die Augen zu rollen bei Forumlierungen im Deutschen, die aber zurück ins Russische übersetzt, vollkommen normal sind. Und wie in meinem interkulturellen Trainings wo ich über den Alltag zwischen zwei Welten anderen Leuten helfe, Situationen zu verstehen, die für mich zu Selbstverständlichkeiten geworden sind.
Bei Ihnen ist es vielleicht etwas ganz anders. Womöglich bewegt Sie die aktuelle politische Lage gerade besonders? Machen Sie sich noch mehr als sonst Gedanken über die gesellschaftliche Entwicklung? Der akutelle Diskurs fordert zum Nachdenken geradezu heraus.
Nutzen wir doch diese Vielfalt aus! Wir möchten Ihr Thema auf der SIETAR-Webseite sehen. Schicken Sie uns Ihr Kommentar, Aufsatz, Essay, Meinungsbild, Posse, oder sonstige Ideen ein und wir posten Sie im SIETAR-Blog. Schreiben Sie uns auch, was Sie gerade von SIETAR sehen und hören möchten. Lassen wir das SIETAR-Netzwerk aufleben!
Beiträge direkt an content (at) sietar-deutschland.de schicken. Wir freuen uns auf Ihren Input!

Drei Fragen an Prof. Dr. Daniel Ittstein

Prof. Dr. Daniel Ittstein ist derzeit Professor for International Management and Economics an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. Basierend auf den Studien der Finanzwirtschaft und des Internationalen Managements beschäftigt sich Herr Ittstein seit nunmehr 20 Jahren sowohl forschend als auch praktisch, aus einer Profit- wie auch Non-Profit Perspektive, im Rahmen von kleineren wie auch sehr großen Organisationen mit internationalen Managementfragen. Sein regionaler Schwerpunkt ist hierbei Asien.

1) Was ist Ihr interkultureller Themenschwerpunkt? Woran forschen Sie gerade?
„Mein Themenschwerpunkt liegt im Bereich Interkulturelles Management, meine Forschungsthemen sind Interkulturalität und Digitalisierung.”

2) Mit welchen Herausforderungen sieht sich die interkulturelle Forschung im Jahr 2018 konfrontiert? Welche Relevanz/welchen Impact hat sie heute?
„Meiner Ansicht nach gibt es keine spezifische Herausforderung, die nur im Jahr 2018 bestehen würde.
Aber Themen, die relevant sind: Paradigmenwechsel in der Interkulturalitätsforschung weiterhin treiben; zunehmende Kooperation mit asiatischen, afrikanischen, lateinamerikanischen Forschern; zunehmende Öffnung des Forschungsfelds und vermehrte Kooperation mit Wirtschaft, Gesellschaft und Politik; Digitalisierung.”

3) Was wäre Ihrer Meinung nach die wirksamste Methode, die Akzeptanz für Interkulturalität in der deutschen Gesellschaft zu erhöhen?
„Relevanz herstellen indem man (mehr) zuhört und breiter denkt. Die Wissenschaft muss sich entsprechend noch deutlich mehr öffnen und gemeinsam mit Akteuren aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft relevante Lösungen entwickeln.”

„Doing Ausländer” – Antje Boijens über die Tagung „Verständigung in pluralen Welten“ an der FH Fulda

„Doing Ausländer“

Zielsichere Intuition, so könnte man das unglaubliche Gespür von Kirsten Nazarkiewicz, langjähriges SIETAR-Mitglied und inzwischen Professorin für Interkulturelle Kommunikation an der Fachhochschule Fulda nennen. Mit leichter Hand verbindet sie Fundstücke des Alltags mit dem jetzigen Moment auf eine Weise, die sofort augenfällig Sinn entstehen lässt. Diesmal stand ein erratischer Tafelanschrieb am Anfang ihrer Einleitung zu der Tagung „Verständigung in pluralen Welten“ an der Fachhochschule Fulda.

„Erfolgreich“, so begann sie, hätte sie dessen Säuberung im Vorfeld gegen vermeintlich mitdenkende Studentinnen verteidigt. Was da Besonderes zu sehen war: naja, Peptide eben, genauer: Chemische Formeln zu Peptiden und das kann ich wohl auch nur annehmen. Sicher sein kann ich mir mit meiner geisteswissenschaftlichen Vorbildung jedenfalls nicht und das betraf wahrscheinlich viele andere im vollbesetzten Vortragssaal. Nicht meine Welt, dachte ich, als ich beim Reingekommen auf die Tafel geschaut hatte und mich fragte: warum ist die Tafel nicht sauber?

Mit dem Verweis auf den für viele kryptischen Tafelanschrieb machte Kirsten Nazarkiewicz deutlich, wie disparat Welten heute sein können. Und auch welche unbewussten Erwartungen („saubere Tafel bitte!“) Handeln und Verstehen kulturell prägen. Dabei begegnen uns andere Welten ständig und sie begegnen uns zufällig, kontingent, wie die referierenden WissenschaftlerInnen im Anschluss nicht müde wurden zu betonen – eben wie jener Tafelanschrieb.

Verständigung unter diesen Umständen kann nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben, so ihr eindeutiges Fazit, schon gar nicht wenn auch noch unterschiedliche Kulturen miteinander kommunizieren. Das alles ist längst in einem Maße der Fall, dass schon lange nicht mehr von einer abgegrenzten, auch noch nationalen Vorstellung eines Objekts, das sich dann Kultur nennt, die Rede sein kann. Vielmehr ist alles Prozess, fließend, weswegen auch Jürgen Boltens Diktum vom dynamischen Kulturmodell inzwischen allgemein wissenschaftlich anerkannt ist.

Bolten war bei dieser interkulturellen Tagung nicht dabei, dafür aber viele andere interessante und illustre Köpfe: Volker Hinnenkamp, zu dessen Ehren -er macht den Platz gewissermaßen frei für Kirsten Nazarkiewicz – die Tagung stattfand, Matthias Otten war mit einem wunderbar klaren Vortrag zu Hartmut Rosa aus Köln angereist, Andreas Groß trug warmherzig und kenntnisreich zur Bedeutung von Temporalität in interkulturellen Bildungskontexten vor, aus München war Katharina von Helmolt angereist. Sie alle stehen stellvertretend für weitere Kolleginnen und Kollegen, die das Publikum mit Nachforschungen darüber bereicherten, was Verständigung heute realistisch gesehen leisten kann.

Im Falle Katharina von Helmolts war es ein Nachdenken darüber, wie das explizite und reflexive Benennen eigener Perspektiven Gespräche bereichern und uns Zug um Zug („turn by turn“) in Richtung Verständigung führen kann. Damit das gelingt, das wurde besonders in der Diskussion deutlich, muss die Benennung eigener Perspektiven getragen sein von einer „moralischen Perspektive der Bescheidenheit“ (KvH), die die eigene Perspektive a priori und wie selbstverständlich in das Gros aller möglichen anderen einreiht. Schnell wurde deutlich, dass es genau der Verzicht auf den eigenen Absolutheitsanspruch ist, der die Verständigung in pluralen Welten überhaupt erst möglich macht.

Wie es aussehen kann, wenn Verständigung nicht gelingt, zeigte die junge Wissenschaftlerin Olga Artomonova in einem von feiner Ironie und Realsatire durchzogenen Vortrag über Normorientierung. LehrerInnen haben laut Schulgesetz die Pflicht, Schülern fehlerfrei Deutsch beizubringen. Mit dem Charme der Nicht-Muttersprachlerin sprach Olga Artomonova dann in ihrem wohltuend sachlichen, nie verletzenden Deutsch über das Verhalten einer Hauptschullehrerin, immer bemüht, deren positive Absichten geltend zu machen.

Das Resultat war nach der Meinung der anwesenden ExpertInnen dennoch so grottig, dass in der nachfolgenden Diskussion das Wort „schwarze Pädagogik“ fiel, so sehr stießen die von Artomonova aufgezeichneten Mitschriften der rüden pädagogischen „Verbesserungs“-Praxis auf den Widerspruch der ExpertInnen. Peinigend war auch schon das Mitlesen für uns als Zuhörende. Für die Schülerinnen und Schüler kann es in dieser Situation nur extrem erniedrigend gewesen sein, wofür auch wieder Kirsten Nazarkiewicz berührende und klare Begriffe fand.

Doch damit war die Geschichte noch nicht zu Ende. Olga Artomonova verfolgte in ihrer Studie die so gemaßregelten Schüler in ihrem Verhalten bei anderen Lehrern. Es zeigte sich, dass sie sehr wohl in der Lage waren, „richtig“ deutsch zu sprechen. Die groben Fehler, die die Lehrerin meinte korrigieren zu müssen, waren ein spielerischer Registerwechsel der SchülerInnen. Sie spielten „Doing Ausländer“ mit ihr, hänselten sie damit die „Dummies“ zu sein und amüsierten sich dann wahrscheinlich köstlich über deren unbeholfene Versuche, ihnen „Deutsch“ beizubringen.

Kritisch lässt sich zu dieser für InterkulturalistInnen und auch andere plurale Weltbewohnerinnen und Weltbewohner sehr gelungenen und interessanten Tagung über die Mühen der Verständigung nur sagen, dass sie vielleicht ein bisschen zu lang war. Oder eher: dass der Tisch zu reichlich gedeckt war. Mir war der zweite Tag jedenfalls zu viel – ein Samstagvormittag, den ich zum Ausschlafen haben wollte. Daher habe ich auch leider Kirstens Vortrag über „Lernhürden, Diskursschranken und Blockaden“ nicht gehört, mit dem sie sich bescheiden am Ende der Tagung positioniert hat. Ich werde sie unbedingt um das Manuskript bitten.

Mit einem Blick auf die Uhr stelle ich fest, dass sie ihn überhaupt erst demnächst halten wird. Ich wünsche auf jeden Fall gutes Gelingen und denke noch einmal an Andreas Gross, der „kairologische Momente“ in den Mittelpunkt seiner Untersuchung zur Verständigung gestellt hat. Persönlich und ganz subjektiv möchte ich sagen: ich hatte sie, gestern in Fulda.

Antje Boijens, 8.12.2018, 10:53 Uhr

Ein Rückblick mit Perspektive: Dr. Nilüfer Boysan-Dietrich über den “Unconscious Bias”-Workshop von Robert Gibson

“Diversity is a fact, inclusion is a choice” (Justin Trudeau)

Am 10 November diesen Jahres sind ca. 30 Mitglieder und Freunde von SIETAR, zusammengekommen, um an dem Workshop „Unconscious Bias“ (dt.. etwa Unbewusste Voreinstellungen*) teilzunehmen und ihr Bewusstsein in diesem Feld zu erweitern.
Der Leiter des Seminars, Robert Gibson, ein bekannter Trainer, Interkulturalist und Buchautor, führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit viel Charme, Humor und einer leicht zugänglichen Sprache in das komplexe Thema ein. Das Seminar war nicht nur sehr gut strukturiert – Gibson überzeugte dabei auch selbst als lebendiges und vorangehendes Beispiel für Interkulturalität und Inklusion.
„Unconscious Biases“ , auch manchmal als blinde Flecken bezeichnet, werden durch persönliche Erfahrungen und Hintergründe erzeugt und verstärkt. Sie beeinflussen unsere Gedanken, Emotionen und unser Verhalten. Sie befinden sich meist implizit in unserem Unterbewusstsein und sind nicht selten inkompatibel mit unseren bewussten Wertevorstellungen. Wann immer wir in einer Reaktion auf das fast brain (Kahnemann) zurückgreifen, landen wir leicht in diesem Denkmodus, in dem uns nicht bewusst ist, dass wir gar nicht gedacht haben, sondern dass unser Gehirn wie bei einem Shortcut auf eine unbewusste Voreinstellung zugegriffen hat.
Doch nicht nur, weil es ganz nett ist, sich seiner Voreinstellungen bewusster zu sein, sondern vor allem, weil Entscheidungsprozesse in der Wirtschaft konstruktiver und besser werden können, erfreut sich das Thema „Unconscious Bias“ wachsender Beachtung in der Wirtschaftswelt.
Praktisch heißt das, so Gibson, dass es zunächst darauf an kommt, zu wissen wer man selbst ist. Dann geht es darum, den Unterschied bewusst-unbewusst zu verstehen, sein Verhalten zu korrigieren, und sich schließlich dafür einzusetzen, den eigenen Lernprozess an andere weiterzugeben.
Im Endeffekt können unbewusste Vorurteile nicht einfach „gelöscht“ werden, wir können uns ihrer jedoch bewusst werden. Nach Gibson ist es extrem schwierig, tief verwurzelte Vorurteile bei Einzelpersonen zu ändern – der wirkliche Impact, also echte Wirkung entsteht vor allem dann, wenn Vorurteile auf der Ebene der Organisationen adressiert werden; wenn es gelingt, Strukturen kritisch zu betrachten und sicher zu stellen, dass Negativeffekte möglichst begrenzt werden können.
Der Workshop dauerte leider nur einen Tag. Um noch mehr Einblick in das Themenfeld zu bekommen und sich intensiver dazu austauschen zu können, wäre es gut, an diesem Thema dranzubleiben und zum Beispiel Erfahrungen von Praktikern, wie Coaches und Therapeuten, miteinzubeziehen, die auf der persönlichen Ebene mit Voreinstellungen und blinden Flecken arbeiten.
Das könnte eine anspruchsvolle und lohnende Fortführung sein, um weiter Licht ins Dunkel des „Unconscious Bias“ zu bringen.

von Nilüfer Boysan-Dietrich
(ins Deutsche übersetzt von Jonas Keil/Antje Boijens)
*(Anm. der Autorin: Die deutsche Übersetzung des Begriffs “unconscious bias” ist leider etwas holprig, vielleicht würde sich auch “Unbewusste Vormeinungen” eignen – es bleibt abzuwarten, welcher Ausdruck sich durchsetzen wird)

mondial Themen 2019 – Ihr habt abgestimmt!

Liebe Leserinnen und Leser von mondial,
über hundert Teilnehmer in wenigen Tagen, wir sind begeistert über Eure rege Teilnahme an unserem Themenpoll!
Das Themenduo mit den meisten Stimmen lautet:
Interkulturalismus & Politk (Sommerausgabe 2019)
Interkulturalismus & Alltag (Winterausgabe 2019)

Ab sofort sind wir auf der Suche nach Beiträgen zu den beiden Themen!
Weitere Infos findet Ihr in unserem Call for Articles

Das dritte Geschlecht – wie ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts Diversität anerkennt

Das dritte Geschlecht – wie ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts Diversität anerkennt
Christina Röttgers & Ulrike Weber

Das dritte Geschlecht ist ein aktuell viel diskutiertes Thema in den Medien. Dabei geht es unter anderem um den Kostenaufwand, das dritte Geschlecht in amtlichen und organisatorischen Prozessen abzubilden (z.B. in Pässen und IT-Systemen) und darum, welche Konsequenzen für die derzeitige gesetzliche Notwendigkeit geschlechter- getrennter Toiletten gezogen werden. Neben diesen Aufregern gibt es jedoch einiges Wissenswerte zum Thema Intersexualität.
Was ist überhaupt das sogenannte „dritte Geschlecht“, unter dem alles zusammengefasst wird, was nicht „weiblich“ und „männlich“ zugeordnet wird? Dieser Artikel gibt im Folgenden Aufschluss über den biologischen Hintergrund, die Rechtsgrundlage in Deutschland sowie deren Konsequenzen für Unternehmen und Human Resources.

Der biologische Hintergrund
Um das Geschlecht zu bestimmen, gibt es drei verschiedene biologische Kategorien. Die erste Kategorie ist das genetische Geschlecht, welches über die Chromosomen definiert wird. Als zweites wird zwischen den sogenannten Gonaden unterschieden, den Hormone produzierenden Keimdrüsen. Die dritte Kategorie umfasst die Genitalien, äußeren Fortpflanzungsorgane. In den meisten Fällen stimmt das Geschlecht dieser drei Kategorien überein. Wenn eine dieser Kategorien ein anderes Geschlecht als die anderen aufweist, spricht man von Intersexualität. Das trifft geschätzt bei 0,02% der Bevölkerung zu. In Deutschland gäbe es demnach 16.600 Personen, die dem „dritten Geschlecht“ angehören. in Indien demnach 277.000 Personen bei 1.387 Milliarden Einwohnern (Weltbank, 2019).
Der Begriff „drittes Geschlecht“ kommt aus dem rechtlichen Sprachgebrauch. In der Historie dagegen wurden oft die Bezeichnungen „Hybriden“ und „Hermaphroditen“ benutzt. Medizinisch gesehen spricht man von einer Sexualdifferenzierungsabweichung (aus dem problematischen englischen „disorders“ of sex development, DSD). Die neutralsten und bevorzugten Begriffe sind Intersexualität oder Intergeschlechtlichkeit, da sie die Vielfalt der Geschlechter am besten darstellt und nicht auf Kategorien verkürzt. Ganz gleich, welchen Begriff man nutzt, primär geht es darum, die Diversität der Geschlechter zu akzeptieren.

Die gesetzliche Grundlage
Die Gleichbehandlung am Arbeitsplatz in der europäischen Union wurde bereits 1997 in dem Artikel 13 im Vertrag von Amsterdam sowie in 2 weiteren Richtlinien in 2000 verankert. Mit dem Verbot von Diskriminierung wurde die Grundlage für eine Gleichbehandlung am Arbeitsplatz geschaffen. Das „Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz“ in Deutschland ermöglichte ab 2016 mit dem Diskriminierungsverbot eine finanzielle Entschädigung für nachgewiesene Diskriminierung. Jedoch liegt die Beweislast beim Geschädigten, was oftmals die Anwendung problematisch macht. Darüber hinaus beschützt das „Personenstandsgesetz“ von 2016 die sexuelle Identität einer Person. Auf dieser Grundlage urteilte das deutsche Bundesverfassungsgericht im Jahr 2017 nach einer Klage, dass es eine Diskriminierung von intersexuellen Personen darstelle, ihnen nicht die Möglichkeit zu geben, ein anderes Geschlecht, außer männlich und weiblich in Geburtsregister oder Pässe einzutragen. Die bestehenden Personenstandsgesetzte wurden daraufhin im Dezember 2018 geändert, und es muss eine dritte Option des Geschlechtes bei der Eintragung und im Geburtenregister sowie im Pass geben muss. Ebenso sind Arbeitgeber zur Gleichbehandlung von intersexuellen Personen verpflichtet.

Auswirkungen für Unternehmen
Unternehmen können in einigen Prozessen relativ einfach den Gleichbehandlungsgrundsatz von intersexuellen Personen befolgen. So sollten Stellenausschreibungen zusätzlich zu „m“ und „f“ ein „d“ oder „x“ beinhalten. Genauso sollte in der Personalverwaltung die Option „drittes Geschlecht“ hinzugefügt werden und die Kleiderordnung geschlechterneutral sein. Und auch die Forderung der Arbeitsstättenverordnung nach geschlechtlich getrennten Toiletten können Unternehmen durch weitere oder anders aufgeteilte Toiletten relativ einfach lösen. Schwieriger dagegen ist die angemessene Repräsentation von drei Geschlechtern im Sprachgebrauch (er oder sie oder wer?), denn wofür es keine Worte gibt, daran wird auch nicht gedacht. Die größte Herausforderung ist, die Akzeptanz des dritten Geschlechtes in den Werten Organisation zu verankern. Dies stellt wiederum eine Chance dar, Diversität im Allgemeinen zu fördern.

Gleichbehandlungsgrundsatz für das dritte Geschlecht fördert Diversität
Diese Herausforderung können Unternehmen nur meistern, wenn sich das Top-Management klar und aktiv zu einer inklusiven, Diversität fördernden Unternehmenskultur bekennt und bei verschiedensten Gelegenheiten dafür eintritt und darüber spricht. Mentoren und Testimonials Betroffener können die nötige Sensibilität und Förderung herstellen. Und es gibt noch weitere Vorteile.
Zahlreiche Studien belegen, dass gut gemanagte diverse Teams innovativer und kreativer sind, und somit eine Investition in Diversity schon allein als Kosten-Nutzenrechnung attraktiv erscheint (Nancy Adler, 2007). Bei einem Bevölkerungsanteil von nur 0,02% an intersexuellen Menschen können die Kosten zur Gewährleistung der Gleichbehandlung zunächst hoch erscheinen. Genau darin liegt aber auch der Schlüssel zu einem tieferen Verständnis von Inklusion aller Mitarbeiter: jeden anzunehmen und zu schätzen, wie er, sie, x ist.

Dieser Artikel fasst meine Präsentation auf dem Sietar Europa Kongress in Leuven am 31.5.2019 zusammen. Diese basierte auf Unterlagen von Ulrike Weber & Christian Riekel. Beim Verfassen des Artikels hat uns Anna Haddick unterstützt.

Regionaltreffen Köln-Rhein-Ruhr “Dialog-Workshop: weibliche und männliche Kommunikation”

Liebe SIETAR Mitglieder und Interessierte,

aus dem spät-sommerlichen Rheinland senden wir Euch herzliche Grüße und die EINLADUNG zum 1. Regio-Abend nach der Sommerpause

am 01. Oktober in Köln wo Annette Held uns anstiften wird zu einem weiteren wesentlichen Dialog-Thema:

„Unterschiede in weiblicher und männlicher Kommunikation“

Wir werden uns austauschen über folgende Fragen:
Gibt es ihn wirklich, diesen “kleinen Unterschied“ zwischen männlicher und weiblicher Kommunikation?
Wenn ja, wo kommt er her?
Wie geht man bzw. frau damit konstruktiv um?
Wie kann ich dieses Wissen für mich und meine Arbeit nutzen?

So viel sei verraten: Es geht nicht um “richtig” oder “falsch” – sondern darum, “zweisprachig” zu werden und flexibel in beiden Sprachen zu kommunizieren, um die eigenen Ziele zu erreichen.

Annette Held, Coach und Trainerin aus Monheim am Rhein, beschäftigt sich neben interkultureller Kommunikation auch mit einem weiteren Diversity-Thema: dem Unterschied zwischen weiblicher und männlicher Kommunikation. Wie wir sehen werden, haben beide Themen viel gemeinsam.

Am 01.Oktober 2019 um 18.30 Uhr (Eintreffen), 19 Uhr (Beginn) bis 21 Uhr
bei Neues Lernen e.V., Herwarthstr. 22, 50672 Köln im „Weißen Raum“.

Neuigkeiten von der SIETAR Deutschland Mitgliederversammlung 2019

Ende März diesen Jahres kamen in Frankfurt die Mitglieder von SIETAR Deutschland zur alljährlichen Mitgliederversammlung zusammen.
Die zweite Vorstandsvorsitzende, Jeri Weber, gab die groben Eckpunkte des vergangenen Jahres wieder: Erhöhung der Attraktivität des Angebotes für die Mitglieder, Verbesserung der internen und externen Kommunikation, achtsamer Umgang mit den Finanzen des Vereins.

Noch mehr Aktivitäten
Wir sind sehr froh über die Akzeptanz des neu aufgeblühten Weiterbildungsprogramms. Das Angebot wird von den Mitgliedern gut angenommen – im vorherigen Jahr gab es vier ausgebuchte Angebote zu verzeichnen. Antje Boijens freut sich weiterhin über Ihre Vorschläge!
Auch die Regionalgruppentreffen finden weiterhin mit großem Teilnahmeinteresse statt. Die Regionalgruppen bleiben das Herz von SIETAR Deutschland. Sollten Sie es in der letzten Zeit nicht geschafft haben, an einem Regionaltreffen in Ihrer Nähe teilzunehmen, schauen Sie doch beim nächsten Mal vorbei. Übersichtliche Infos über die Regionalangebote können Sie stets in unserem Eventkalender finden.

Neue Vorstandsmitglieder
Es wurde ein neues Mitglied in den Vorstand gewählt: Frau Julia Johannsen übernimmt das Ressort Young Professional. Wiedergewählt wurde unser Finanzvorstand Frank Beckmann.
Wir gratulieren den beiden herzlich!
Julia Johannsen wird die Verantwortung für ein neues Ressort übernehmen: Young Professionals. Ziel des Ressorts ist es, den Generationswechsel besser zu berücksichtigen und neue Interkulturalist/innen direkt anzusprechen. Hierzu wollen wir den Zukunft stärker den Schulterschluss mit Young Sietar suchen und entsprechende Komplementärangebote aufstellen.

Organisatorischer Beirat
Im Jahr 2018 sind Frau Martina Tadli und Herr Alexander Scheitza aus privaten Gründen aus dem Organisatorischen Beirat ausgetreten. Somit befand sich zunächst nur noch Christine Wirths im Beirat. Doch hier hat sich nun einiges getan: Jeri Weber, die zuvor aus dem Vorstand ausgetreten war, konnte überzeugt werden, sich für den organisatorischen Beirat zur Verfügung zu stellen. Ebenfalls hat sich das Gründungsmitglied Rob Gibson bereit erklärt, den organisatorischen Beirat mit seiner langjährigen Erfahrung zu unterstützen.
Damit setzt sich der Organisatorische Beirat ab sofort aus Jeri Weber, Rob Gibson und Christine Wirths zusammen.

Kommunikation
Im Jahre 2018 wurden unsere Kommunikationskanäle merklich ausgebaut. Wir freuen uns über den regelmäßigen Kontakt mit den Mitgliedern über den Boten und die nun zweijährige Herausgabe von mondial. Die zahlreichen Rückmeldungen der Mitglieder zu unserem Themenaufruf für mondial waren großartig – es gingen über 100 Vorschläge ein. „Interkulturalität & Politik“ sowie „Interkulturalität & Alltag“ wurden als kommende Themen für mondial gewählt.
Es gab auch weitere Arbeiten an der SIETAR Webseite: Wir haben den Member-to-Member-Blog eingeführt und einige Information im neuen Look angeboten. Derzeit überarbeiten wir die Bedienungsfreundlichkeit der Website. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Social Media Channel Managers
Gleichzeitig haben wir unsere Präsenz auf Social Media verstärkt. Im Moment liegt der Fokus auf Facebook. Wir wollen das Angebot aber erweitern und suchen Leute, die Lust und Zeit hätten einen weiteren Social Media Kanal zu betreuen. Nächste Priorität soll hierbei Instagram haben.
Hätten Sie Lust sich einzubringen? Dann melden Sie sich gerne bei uns!

Finanzen
Finanzvorstand Frank Beckmann stellte uns auf der Mitgliederversammlung die Zahlen von 2019 vor. Unser Vorsatz bleibt: Ein achtsamer Umgang mit den Vereinsfinanzen ist wichtig, da wir nur so zukunftsfähig bleiben. Der Verein arbeitet schon seit 4 Jahren erfolgreich mit einer schwarzen Null.
Die Mitgliederzahl hat sich stabilisiert und stieg zuletzt wieder leicht an. Derzeit befinden sich 525 Mitglieder im Verein.

Stellungnahme des Organisationsteams zum abgesagten SIETAR BarCamp 2020

Liebe Teilnehmende, liebe Interessierte, liebe Sietar-Mitglieder,

wir, Euer BarCamp-Organisationsteam, bedauern es sehr, dass wir das für den 10. – 13. Juni 2020 geplante BarCamp auf dem LebensGut in Pommritz absagen müssen.

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen durch die COVID 19-Pandemie ist es uns leider nicht möglich, in diesem Zeitraum eine Präsenzveranstaltung stattfinden zu lassen.
Aber: aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Wir haben es weiter ganz fest vor, das BarCamp auf dem LebensGut zu veranstalten, und hoffen, dass wir uns – vielleicht im nächsten Jahr – dort treffen können, um gemeinsam eine inspirierende und erlebnisreiche Zeit zu verbringen.

Bleibt gesund und passt gut auf Euch auf. Wir melden uns wieder, sobald es etwas Neues gibt.

Euer BarCamp-Team
Christine Wirths, Dr. Iris Wangermann, Monika Krause, Robert Gibson.

www.sietar-forum.de

Abenteuer SIETAR-Mentoring: Gemeinsam auf Schatzsuche

Wie haben wir das SIETAR-Mentoring erlebt und was wollen wir anderen aus dieser Erfahrung mitgeben? Wir, das sind Wiebke Homborg (Mentée), Chameleon, und Sabine Horst (Mentorin), QuinteSentio. Aus der Reflexion unserer persönlichen Erfahrungen während des gemeinsamen Jahres ist eine Geschichte entstanden. Unsere Geschichte, mit der wir uns nun auch aus den Rollen, die wir hinter uns lassen, verabschieden. Wir haben diese als eine Helden-Geschichte erlebt, mit der wir nun auch für das Programm werben wollen. Denn wir haben das Mentoring als eine sehr bereichernde SIETAR-Initiative erlebt, aus der wir beide dankbar viel in unsere Zukunft mitnehmen. Dieses Erleben wünschen wir vielen anderen auch.
Wie alles begann
Wiebke fand sich als frisch gebackene interkulturelle Trainerin und SIETAR-Mitglied in einem Wechselbad an Gefühlen. Sie hatte sich zu einer professionellen Weiterbildung aus dem Wunsch heraus entschlossen, ihre internationale Berufs- und Lebenserfahrung gestützt auf ihren biografischen Wurzeln als Third Culture Kid zu professionalisieren. Und so waren da ihr Rucksack voller Qualifikationen und Erfahrungen, der berechtigte Stolz auf die abgeschlossene Weiterbildung und die Begeisterung, damit gleich loszulegen. Diesem Gefühl der inneren Stärke und Motivation folgte jedoch mit verlässlicher Regelmäßigkeit eine Orientierungslosigkeit: Wie soll sie sich auf diesem unübersichtlichen Markt zurechtfinden? Die Akquise erwies sich mühsamer als erwartet und Wiebke wünschte sich jemanden zur Hilfe, ihre Energie in lohnende Bahnen zu lenken. Das Angebot eines Mentoring über SIETAR kam für sie daher genau zum richtigen Zeitpunkt.
So begegnete sie Sabine – virtuell, da Wiebke in Hannover lebt und Sabine in Stuttgart. Sabine ist seit mehr als 25 Jahren in der internationalen Personal- und Führungskräfteentwicklung tätig. Seit vielen Jahren bei SIETAR engagiert, sehr positiv Mentoring-erfahren und grundsätzlich immer neugierig, offen und an Austausch, Weiterentwicklung und neuen Begegnungen interessiert, war sie gleich angetan von dem neuen SIETAR-Engagement.
Was wie von Zauberhand erscheint, erfordert viel Know-how und Gespür: das Matching der Kandidaten. Und bei uns beiden hat es gleich auf der richtigen Wellenlänge „gefunkt“. Eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgversprechendes Mentoring war erfüllt: die Chemie stimmte! Und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg, klärten Erwartungen, Wünsche, Hoffnungen und einen formalen Rahmen. Eine schriftliche Vereinbarung von SIETAR besiegelte unsere Absprachen. Ein wichtiges Ritual für eine professionelle Beziehungsgestaltung. Monatlich trafen wir uns von da ab per Skype.
Überwindungen und Hürden
Also noch weitere Termine im Kalender … Da sind auf der einen Seite Lust, Überzeugung, etwas Wichtiges zu tun, Freude auf die neue Wegbegleiterin, auf neue Erlebnisse und Erfahrungen – und auf der anderen Seite der gut gefüllte Kalender. So bestand eine von Sabines Herausforderungen als sowohl Begleiterin und Betroffene von VUKA zunächst darin, den Raum zu schaffen. Erfolgreich! Denn uns beiden waren gleichermaßen Verbindlichkeit, Verlässlichkeit, Professionalität und Loyalität ein großes Anliegen. Das erfordert, die Treffen entsprechend zu gewichten. Und so ist uns die Regelmäßigkeit mit nur wenigen Ausnahmen von Terminverschiebungen gelungen. Ein wichtiger Erfolgsfaktor für den Aufbau einer vertrauensvollen Zusammenarbeit auf Augenhöhe und Gewährleistung einer persönlichen Entwicklung. Ebenso hatten wir immer konkrete Themen und Fragen, so dass wir uns in jedem Treffen ergebnis- und zielorientiert austauschen konnten. Manchmal ging es uns beiden aber auch nur darum, mal Dampf abzulassen.
Wenn man sich so sehr mit dem identifiziert, was man tut, wie wir und viele andere unserer Kolleginnen und Kollegen, dann geht es in einem Mentoring nicht nur um Fachliches, um Strategien, sondern auch um Emotionen. Da gilt es, das ein oder andere auch einfach gemeinsam auszuhalten. Dazusein, auch wenn keine konkrete Lösung – noch nicht einmal ein Ansatz – sichtbar wird. Für Sabine war es eine Herausforderung, Wiebke zu ermutigen, auf ihre starken inneren Stimmen zu hören, auch wenn die scheinbare Vernunft manchmal einen anderen Weg gewählt hätte. Die Zeiten waren „früher“ doch anders … Was ist aus ihrer Geschichte wirklich hilfreich? Sabine hat über die Zeit hier eine große Gelassenheit entwickelt in dem Erlebnis, dass Wiebke ihren eigenen Weg gestaltet und durchaus auch andere Meinungen und Einschätzungen vertrat. Hier entwickelte sich ein großes Vertrauen zwischen uns beiden.
Wiebke war immer schon mit einem hohen Anspruch an sich selbst unterwegs, was manchmal auch als Ursache für Blockaden, für Unsicherheiten und mangelndes Selbstvertrauen wirkt. Die innere Kritikerin brauchte eine gute Rolle im inneren Team und hat sie im Laufe des Mentoring noch besser als positive Antreiberin und Qualitätssicherer gefunden. “Progress not perfection“ ist Wiebkes Leitsatz geworden, um die Kritikerin im Sinne eines „growth mindset“ immer wieder stimmig zu positionieren.
Sabine hat viel mitgenommen aus Wiebkes überzeugenden, tollen Ideen, ihrer Kreativität und Offenheit neuen Medien gegenüber und ihrer Art, die Dinge offensiv, aktiv und sehr fundiert anzugehen. So entstanden für beide co-kreativ neue Ideen, Lösungswege und Netzwerke. Ein wichtiger Aspekt war hierbei das interdisziplinäre Denken. Die Perspektiven zu erweitern statt mit der inneren Kritikerin zu begrenzen. Hier haben wir beide sehr von unseren unterschiedlichen Lebens- und Berufswegen und persönlichen und beruflichen Entwicklungen profitiert. Es war auch sehr spannend für uns zu sehen, warum die andere welche Entscheidungen für Weichenstellungen getroffen hat. In dieser Ideen-Entwicklung zu neuen Formaten, der Einbindung von Social Media, Vernetzung mit Experten aus anderen Disziplinen wie Coaching, Mindfulness in Organisationen etc. entstanden neue Ansätze zur Positionierung von interkultureller Kompetenz im Angebot als Trainer/-in und Coach.
Wofür hat sich das alles gelohnt?
Die Fragen: Welche Aufträge und Kunden möchte ich anziehen? Was will ich und was nicht? und weitere Fragen, die sich hieran anschließen, beschäftigen uns vermutlich ein Berufsleben lang.
Wiebke empfand, dass sie aus dem gemeinsamen Weg den Mut mitgenommen hat, mehr Authentizität zu wagen und ihren individuellen Weg weiter zu gehen. Sie entwickelte ebenso den Mut, sich für eine Coaching-Ausbildung zu entscheiden und damit einen langgehegten Wunsch in die Tat umzusetzen. In ihr wuchs mehr Sebstbewusstsein für ihre Einzigartigkeit, die in ihrer spannenden, persönlichen Historie liegt, einen wertvollen Beitrag zu interkulturellen Themen und Coaching leisten zu können. Diese Themen und die intensive Arbeit daran waren auch für Sabine sehr wertvoll. Denn durch die Fragen und Anliegen Wiebkes half es auch ihr, nochmals bewusst Dinge zu hinterfragen, die zur Selbstverständlichkeit geworden waren, Erfahrungen und Ressourcen zu wertschätzen, Entscheidungen zu treffen und an der ein oder anderen Stelle ihre Aktivitäten zu fokussieren.
Was hat uns geholfen, Herausforderungen zu meistern?
Wiebke findet, dass der innere Drang zu Veränderung und Wachstum ihr geholfen hat, die Herausforderungen, die sich ihr über das Jahr gestellt haben, zu meistern. Der Wunsch nach Selbstverwirklichung und Sinnhaftigkeit. Die Leidenschaft für Menschen und interkulturelle Themen. Die Zuversicht, dass sie es schon irgendwie schaffen wird. Abenteuerlust, Ehrgeiz! Sie stellt resümierend fest, dass sie in der Mentoring-Beziehung und durch das, was sich daraus ergeben hat, viel dazu gelernt hat. Und wie geht es Sabine? All das, was Wiebke beschreibt, kann sie 1:1 übernehmen: ein Beweis dafür, dass unser Matching perfekt war! Sinnhaftigkeit, Verstehbarkeit und Handhabbarkeit finden sich als Bedürfnisse in Wiebkes Reflexion wieder, die grundlegende Werteorientierung und Leitsätze für Sabines berufliches Handeln orientiert an der Salutogenese.
Keine Heldengeschichte ohne Prüfungen und Gegenspieler
Schwierige Auftragslagen, pessimistische Konjunkturaussichten, Umgang mit Kritik, das Gefühl, nicht dazuzugehören, Selbstdisziplin für die Erledigung bürokratische Dinge, Vereinbarkeit von Beruf und Familie – das ist eine Menge, was Wiebke zu bewältigen hatte und immer noch in Teilen hat. Herausforderungen, mit denen sie nicht alleine ist. Sich offen diesen Herausforderungen zu stellen, sie aktiv anzugehen und sich selbst zu reflektieren, ist eine wichtige Fähigkeit. Auch das Erlebnis, dass viele – aber nicht alle – im beruflichen und privaten Umfeld wohlgesonnen sind. So erlebte Wiebke u.a. auch ablehnendes Konkurrenzverhalten, wo sie selbst Möglichkeiten für Synergien wahrgenommen hat. Diese Erfahrung teilt auch Sabine. Und so bedauern wir beide die nicht genutzten Potenziale und fokussieren uns auf Menschen und Organisationen, die ihren Weg mit uns gehen wollen.
Was nehmen wir mit in die Zukunft?
Am Ende eines Jahres mit vielen Erlebnissen, Veränderungen und Entwicklungen fühlt Wiebke sich darin bestätigt und gestärkt, den richtigen Beruf gefunden zu haben. Sie erlebt dies als erfüllend, befreiend und beflügelnd. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt eine Herausforderung. Zu deren Bewältigung ist es ihr wichtig, immer im Gespräch mit ihrem Mann und den Kindern zu bleiben. Denn ihre Familie spürt ihre Leidenschaft und den Drang zur Veränderung und unterstützt sie in dem, was sie tut. Das ist ein wahrer Schatz! Hierfür war es wichtig, organisatorische Rahmenbedingungen zu ändern und familiäre Aufgaben anders zu verteilen. Die Coach-Ausbildung stellt eine zusätzliche Anstrengung dar, ist aber bereits zur Hälfte geschafft und die Learnings empfindet sie als unendlich kostbar. Ihre Familie hat sich an ihre Selbstständigkeit gewöhnt und ist sogar ziemlich stolz auf sie. Genau wie sie selbst!
„Um diesen Schatz zu behalten, werde ich weiter auf innere Balance achten, regelmäßig Sport treiben, Arbeit und Familie besser abgrenzen und hoffentlich nie die Neugier und den Drang zu Wachsen verlieren!“ so Wiebkes Vorsätze für die Zukunft. Und rückblickend auf das Mentoring stellt sie fest: „Ich habe eine neue Kollegin und Freundin gefunden.“ Dem hat Sabine nichts mehr hinzufügen.
Und voller Dankbarkeit an SIETAR und namentlich Christiena Kirchhoff und Gary Thomas beginnt mit diesem Ende unsere neue Geschichte …

Wiebke Homborg, Chameleon, www.chameleon-coaching.com
Dr. Sabine Horst, QuinteSentio, www.quintesentio.de

Stellungnahme zur Absage vom BarCamp

Liebe Teilnehmende, liebe Interessierte, liebe Sietar-Mitglieder,

wir, Euer BarCamp-Organisationsteam, bedauern es sehr, dass wir das für den 10. – 13. Juni 2020 geplante BarCamp auf dem LebensGut in Pommritz absagen müssen.

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen durch die COVID 19-Pandemie ist es uns leider nicht möglich, in diesem Zeitraum eine Präsenzveranstaltung stattfinden zu lassen.

Aber: aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Wir haben es weiter ganz fest vor, das BarCamp auf dem LebensGut zu veranstalten, und hoffen, dass wir uns – vielleicht im nächsten Jahr – dort treffen können, um gemeinsam eine inspirierende und erlebnisreiche Zeit zu verbringen.

Bleibt gesund und passt gut auf Euch auf. Wir melden uns wieder, sobald es etwas Neues gibt.

Euer BarCamp-Team

Christine Wirths, Dr. Iris Wangermann, Monika Krause, Robert Gibson.

www.sietar-forum.de

RG München – Treffen am 18.10.

Integration Ja …aber nicht in meiner NachbarschaftWie uns moderne Gehirnforschung unterstützen kann in einer Welt mit paradoxen und komplexen Entwicklungen
Der Umgang mit Flüchtlinge ist ein ‚typisches‘ Beispiel eines schnell wechselnden, gesell­schaft­­lichen Klimas: von einer großen Offenheit mit ‚Willkommenskultur‘ hin zu Grenz-Schlies­sung mit Ankerzentren innerhalb von wenigen Monaten. Die wirtschaftlichen Fundamental-Daten in Deutschland sind grandios, gleichzeitig ist die Bevölkerung ‚unfassbar schlechter Laune‘ (T.Al-Wazir). Die politischen Systeme und internationale Beziehungen zwischen Nationen, die viele Jahre durch recht vorhersagbare Allianzen eine gewisse Balance und Sicherheit vermittelten, werden plötzlich durch ganz andere Konstellationen erschüttert. Klimawandel mit einem heißen Sommer und Dürre, künstliche Intelligenz + Digitalisierung mit einem potentiellen Wegfall vieler Arbeitsplätze sind weitere Unruheherde.
Auch wenn für viele Menschen der Alltag mehr oder weniger ‚wie immer‘ verläuft, sind Reaktionen wie “Feeling unsettled” — “being in a transition without knowing what will come” etc.— recht häufig.
Patrick und Eva haben die Ambition, durch ein Verständnis neurobiologischer Zusammen­hänge dazu beizutragen, dass wir nicht in einem emotionalen Defensivmodus mit Gefühlen von Überwältigtsein, Hilflosigkeit und Angst hängen bleiben, sondern bereit sind, uns mit Offenheit, Zuversicht und Engagement in unbekanntes Terrain zu bewegen. Wir glauben, daß gerade Interkulturalisten hervorragende Voraussetzungen dafür mitbringen, weil genau das die nötigen Qualitäten für Kommunikation, Kontakt und Zusammenarbeit mit anderen Kulturen sind.Wir wollen mit Euch diskutieren, wie wir diese Kompetenzen in einem komplexeren ‚Large-System-Change‘ nutzen können.
Patrick Schmidt, Diplom Psychologe, ist gebürtiger Amerikaner, aufgewachsen in Los Angeles. Seit über 25 Jahren arbeitet er als Berater und Trainer für deutsch-U.S. Geschäftsbeziehungen. Er ist sehr aktiv in SIETAR und war fünf Jahre Mitglied sowie Vorsitzender des Vorstandes von SIETAR-Europa. Zur Zeit ist er Chefredakteur der Zeitschrift SIETAR-Europa Journal.
Eva Röttgers, Diplom Pädagogin, seit 30 Jahren in der Führungskräfte-Entwicklung als Coach und Trainerin und in der Begleitung von Teams und Organisation in den verschiedensten kulturellen und organisatorischen Kontexten unterwegs. Ein neuer Schwerpunkt ihrer Arbeit in den letzten Monaten ist die Prozessbegleitung bei der Transformation von hier­archisch geprägter Zusammenarbeit hin zu agil-kollegialen, interdisziplinären Kooperationsformaten mit hohem Selbstorganisationsanteil.

Das Treffen findet statt:
Datum: Donnerstag, 18. Oktober 2018, 18:00 UhrOrt: Haus des deutschen Ostens (Am Lilienberg 5, Nähe Gasteig, S-Bahn Rosenheimer Platz, München)
Die Teilnahme an dem Regionaltreffen ist für SIETAR-Mitglieder kostenfrei, für Nicht-SIETAR-Mitglieder wird ein Kostenbeitrag von 10,- EUR erhoben.
Die Plätze sind (räumlich) limitiert, daher bitte ich um Anmeldung per Email an mich, dankeschön!

Andreas Hauser
regiomuenchen@sietar-deutschland.de

SIETAR Europa Congress 2019 in Löwen, Belgien

Liebe SIETAR-Mitglieder,
wir freuen uns, Sie erneut zu unserem alle zwei Jahre stattfindenden SIETAR Europa Congress 2019 einzuladen. Nach dem großen Erfolg von Dublin (2017), heißen wir Sie zum SIETAR Europa Congress 2019 vom 27. Mai bis 2. Juni herzlich in Löwen, Belgien willkommen.

SIETAR Europa Congress 2019
Motto: “Building Dialogues on Diversity – towards a future of hope”Ort: Löwen, BelgienDaten::
27. – 29. Mai: Pre-Congress Workshops
29. Mai: Congress Welcome Event
30. Mai – 1. Juni: Official Congress Dates
2. Juni: Post-congress Workshops
Kontakt: congress2019@sietareu.org

Auch dieses Mal wird sich der Kongress um mehrere Themen drehen, die in verschiedene Blöcke und Formate unterteilt sind.
Die Themenblöcke sind:

Business & Organizational Challenges – Leadership practices in turbulent times
Socio-political Concerns – Promoting unity in diverse societies
Migration – Building strength out of weaknesses
Education and Intercultural Professions – Recent research and other critical developments
Academic Track
Film Festival

Details zu den Congress Tracks, sowie Beteiligungsmöglichkeiten (*die Calls for participation sind am 15. November abgelaufen), Sponsoringmöglichkeiten und weitere Infos finden Sie unter: https://www.sietareu.org/seucongress2019/
Falls Sie Rückfragen haben, schicken Sie einfach eine E-Mail an: congress2019@sietareu.org (in English, please).

… Save the dates und bis bald in Belgien!

SIETAR Italia: Call For Events

Wir teilen gerne den “Call for Events” von SIETAR Italien:

We are currently working on the 2019 SIETAR Italia Programme of Events. Every year we ask members and non-members to deliver workshops, seminars or talks following our guidelines.

Are you willing to deliver an event in 2019?

The areas we would like to highlight in 2019 are:
• Companies and organizational challenges
• Intercultural and multicultural socio-political contexts
• Development of competencies and training of intercultural professionals
• Intercultural communication in language education
Do you have any interesting contribution to offer (in English or Italian) on one of these subjects?
If so, please fill in the Form for Events Proposals – 2019 Calendar, and send it to info@sietar-italia.org by the 30th October 2018.
We will go through all the proposals and let you know what has been decided by end of November 2018.
In Milan, most of the events are hosted for free by ChiAmaMilano in via Laghetto, 2 (near Duomo-Università Statale) which is run by the Milan Council. If you know of other venues in Milan or other cities, please let us know.
The 2019 Calendar of Events, as well as the one-off events, will be advertised through the following channels: the SIETAR Italia website; the GLOBAL SIETAR calendar of events; Eventbrite, through our Newsletter (we have a mailing list of 2500 contacts), the SIETAR Italia facebook page, LinkedIn and Twitter, through our partners’ communication channels.
We look forward to receiving your proposals with the aim of enhancing intercultural awareness in the business world, in politics, education and in our society as a whole.
SIETAR Europa Communication Committee,
on behalf of The SIETAR Italia Team

Workshop am 05. Mai 2018, 10–18h

Organisationsentwicklung im multikulturellen Kontext

Viele Konzerne, aber auch mittlere und kleine Unternehmen und Organisationen sind heute international tätig. Vorbereitend oder auch wenn sich Probleme ergeben, engagieren sie interkulturelle Trainer, um „trotz“ der nun erforderlichen Zusammenarbeit mit anderen Nationalitäten durch Trainings künftig effizient und effektiv ihre Unternehmens-/ Organisationsziele zu erreichen. Häufig stellen interkulturelle Trainer fest, dass sie mit einem noch so exzellenten „Interkulturellen Training“ die Erwartungen ihres Auftraggebers nicht erfüllen können.
Der Ansatz der Organisationsentwicklung (OE) geht mit seiner Methodik über das „klassische Training“ hinaus. Der OE- Berater/ die OE-Beraterin betrachtet die Organisation als Ganzes in ihrem Kontext unter Berücksichtigung unterschiedlicher kultureller Einflüsse. Er/ sie identifiziert mit dem Auftraggeber und Organisationsmitgliedern Entwicklungsnotwendigkeiten,- potentiale und – wege und unterstützt über gezielte Interventionen diese Entwicklung nachhaltig.
So lernen die Organisationsmitglieder auf der strategischen Ebene trotz/ mit Hilfe ihrer kulturellen Unterschiede gemeinsam ihre Zukunft zu gestalten. Dies gilt natürlich durchaus auch für „mono- nationale“ Organisationen.

Fragen, die Sie sich vielleicht stellen:

Wo und wie kann ich einen bisherigen/ zukünftigen Auftrag in Richtung OE erweitern?
Was wäre eine gute Intervention in einer konkreten Situation?
Was bringe ich bereits für multikulturelle OE mit? Was ist mein nächster Entwicklungsschritt?

Der Workshop stellt eine Unterstützung aus der Praxis für die Praxis dar.

Schwerpunkthemen

OE mit multikulturellen Aspekten- Modelle/ Landkarten
OE versus Change Management
Von der Auftragsklärung zur nachhaltigen Intervention
Fragen und Fallbeispiele der Teilnehmer/innen

Referentin
Heike Kahles, Dipl. Kauffrau ist seit 16 Jahren als externe OE Beraterin tätig. Sie war zuvor viele Jahre Personalleiterin in einem internationalen High Tech Konzern und wechselte dort in die Funktion einer Managementtrainerin und internen OE Beraterin. Nach zahlreichen internen Projekten in Deutschland, Europa und mit globalen Teams arbeitet sie bis heute mit Konzernen und mittleren Organisationen verschiedener Branchen sowie im Non Profit Bereich. www.heike-kahles.de

Zeit: Sa, den 05. Mai 2018 / 10 – 18h

Ort: Hofmanns Höfe, Heinrich-Hoffmann-Straße 3, 60528 Frankfurt am Main

Kosten: 180€ SIETAR-Mitglieder; 220€ Nicht-Mitglieder zzgl. Verpflegungspauschale in Höhe von 49€ + MwSt.

Anmeldung: Bitte Gaby Hofmann unter office@sietar-deutschland.de kontaktieren.

Politisches Framing

Für die, die nicht im Juni am Workshop „Was ist Deutsch“ teilnehmen konnten, aber gerne mehr über das Thema “Politisches Framing” erfahren möchten, sollten sich das Buch von Elisabeth Wehling anschauen. Das Buch gibt es jetzt auch von der Bundeszentrale für politische Bildung und damit sehr erschwinglich.

Als Beispiel von Framing führt Elisabeth Wehling das Denken über Steuren an: Zum Beispiel, leidet man unter der Steuerlast? Oder trägt man sie zum Gemeinwohl bei? Sprache prägt, ob bewusst oder unbewusst, unser Denken und Handeln – im Alltag wie in der Politik.

Hier geht es zur Shop der Bundeszentrale für politische Bildung.

Aus dem Leben: Bratwurst mit Honig

Gebirgsblütenhonig. Wabenecht, goldfarben und cremig. Ein absolutes Muss für jeden gelungenen Grillabend. Grillabend? In der Tat, wir reden hier nicht vom Frühstück, sondern von einer zünftigen Grillerei mit Nackensteaks, Rostbratwurst, Kartoffelsalat und allem, was sonst noch dazugehört. Aber der Reihe nach: Es war ein lauer Sommerabend im Juli, irgendwo im südlichen Teil Deutschlands. Die koreanische Delegation hatte eine spannende Woche hinter sich, man war viel unterwegs gewesen, hatte deutsche Unternehmen besucht, interessante Meetings gehabt und außerdem Kirchtürme erklommen und andere Sehenswürdigkeiten bestaunt. Kurz gesagt: Es war eine volle Woche, die es in sich gehabt hatte, und die sollte nun in einem gemeinsamen Grillabend ihren Abschluss finden. Die deutschen Gastgeber hatten mit dem Wirt des rustikal-ländlichen Gasthofs dementsprechend alles geplant, der Garten war hübsch hergerichtet, die Lampions leuchteten, und die Flammen in den Feuerschalen verströmten beinahe ebenso viel Hitze wie die rote Glut in dem großen, gemauerten Grill. Und nachdem die übliche Empfangsrede seitens der deutschen Gastgeber und die ebenso unvermeidlichen Dankesbekundungen aufseiten der Gäste vorbei waren, konnten sich alle um das wirklich Wichtige kümmern: die Teller mit Grillgut und Salaten zu füllen und endlich mit dem Essen zu beginnen. Ach ja, die Grillsoßen sind natürlich noch zu erwähnen, denn ohne diese geht es ja meist nicht. Dass einem der deutschen Gastgeber allerdings fast die Barbecue-Soße Marke »Mississippi Original« aus der Hand rutschte und um ein Haar ein rotbraunes Farbenspiel auf dem blütenweißen Kleid der Tischnachbarin hinterlassen hätte, lag allerdings ebenso wenig an einer besonders rutschigen Flasche wie an bratwurstfettigen Fingern. Folgte man nämlich dem mehr als erstaunten Blick des Mannes, so fiel dieser auf einen Tisch höchstvergnügter koreanischer Gäste, die gerade dabei waren, ihre Bratwürste dick mit goldgelbem Honig zu bestreichen. Und ehe sich der deutsche Teil der Gruppe noch mehrwundern konnte, bissen die Koreaner in die klebrigen Würste, wobei manch einer noch zusätzlich eines der Wabenstücke aufspießte, die sich ebenfalls in dem hochwertigen Naturprodukt befanden.Was tun? Den Koreanern sagen, dass man eine deutsche Bratwurst so nicht isst, und dann noch erklären müssen, warum sich fälschlicherweise ein Honigglas unter die Soßen-Flaschen auf dem Tisch gemischt hatte? Oder sich einfach nichts anmerken lassen, weil Fleisch und Süßes ja eigentlich durchaus harmonieren können? Die Deutschen entschlossen sich mittels Blickkontakt zu Letzterem, und es wurde noch ein vergnüglicher Abend, auch als das Honigglas längst leer war. Ob die Würste den Koreanern schmeckten oder ob sie daheim von den seltsamen Grill-Bräuchen der Deutschen berichteten, ist allerdings nicht bekannt. Diese Geschichte wurde aufgeschrieben von Johannes Klemeyer, Redakteur von mondial und Geschäftsführer der Crossculture-Academy, einer interkulturellen Onlineplattform, www.crossculture-academy.com.